LESEPROBE

Kapitel 9

Max fuhr durch ein weit geöffnetes Tor, über eine lange Auffahrt, durch einen verwilderten Garten zu einem alten Haus. Ein Grundstück von dieser Größe und in dieser exponierten Lage würde bei einem Verkauf sehr viel Geld bringen. Davon könnte Eva eine ganze Zeit leben und sich ohne finanzielle Sorgen ihrer Kunst widmen.
»Meine Großeltern sind nach dem Krieg in dieses Haus gezogen«, begann Eva, als ahnte sie seine Gedanken. »Ich mag es nicht verkaufen, obwohl es albern und umständlich ist, allein auf mehr als vierhundert Quadratmetern Wohnfläche zu leben. Ehe meine Großmutter starb, wohnten wir zu viert in dem Haus.«
Als er sie fragend ansah, fügte sie erklärend hinzu: »Meine Großmutter, meine Mutter, ihr Lebengefährte Johannes und ich.«
»Ich würde dich gerne ins Haus begleiten«, sagte er, als er den Wagen so dicht wie möglich an dem Eingang parkte.
Ohne zu widersprechen stieg sie aus und ging ihm voraus zur Haustür, schloss auf und wurde sofort von dem Hund begrüßt.
»Sie hat in der Diele gelegen und auf mich gewartet«, murmelte sie, als sie den Hund streichelte. »Es ist schwer für sie. Suse ist schon sehr alt und ist es nicht gewohnt, allein zu sein. Ich werde die Haustür offen lassen. Wenn sie ihr Geschäft verrichtet hat, kommt sie unaufgefordert zurück ins Haus.«
Der Hund tapste vorsichtig über die Steinstufen nach unten, schnüffelte an Max’ Hosenbeinen, beschnupperte seine Hand, freute sich über den Besuch und ließ sich genüsslich am Hals kraulen.
Eva ging durch die geräumige Halle in die Küche. Sie wollte einen Kaffee aufgießen, wenig sprechen, einige Male gähnen und er würde sich schnell verabschieden. Sie wollte endlich allein sein, um in Ruhe über alles nachzudenken, denn in seiner Gegenwart konnte sie nicht nachdenken.
In der Halle sah Max sich aufmerksam um, bewunderte das Westlicht, das durch ein riesiges bleiverglastes Fenster am Treppenabsatz fiel, bemerkte gleichzeitig die abgetretenen Holzdielen, die verschlissenen Läufer und die abgeblätterte Farbe am Treppengeländer. Er hörte Eva in der Küche hantieren und ging durch die Tür in einen Wohnraum, der fast quadratisch war, mit einem symmetrisch angeordneten Kamin an der Südseite. Links und rechts von dem Kamin befand sich eine Wandverkleidung mit deckenhohen Bücherregalen. Drei bis zum Fußboden verglaste Fenstertüren an der Ostseite des Raumes gaben den Blick auf die Einfahrt frei.
Durch die beiden geöffneten gegenüberliegenden Glasschiebetüren fiel das Westlicht und er sah in ein Arbeitszimmer, genauso groß wie der Wohnraum, mit genau gleich angeordneten Fenstern, durch die man auf eine Westterrasse und in den hinteren Garten blickte. Beide Räume verbreiteten eine Harmonie, die er sofort fühlte, sich aber nicht erklären konnte. Die Vorhänge waren ausgeblichen, die Teppiche genauso abgetreten wie die in der Halle und die Möblierung äußerst sparsam. Vor dem Kamin standen zwei alte, zerknautschte Ledersofas und dazwischen ein antiker, quadratischer Holztisch. Auf einem Sofa lag eine zerknüllte Wolldecke und auf dem Tisch eine Packung mit Kohlestiften und ein Zeichenblock.
Interessiert durchschritt er den Raum, nahm den Block, schaute auf die Zeichnung und blickte in sein Gesicht. Er setzte sich mit dem Block in der Hand auf ein Sofa, starrte gebannt auf sein Porträt, konnte nicht genug sehen, tauchte immer tiefer in sein Innenleben, sah in diesem Gesicht, das sie gezeichnet hatte, die Verletzungen, die er so gerne verstecken wollte. Eva hatte ihn erkannt, diesen übertünchten Schmerz, von dem er dachte, ihn überwunden zu haben, weil er niemanden kannte, der diesen Schmerz nachempfinden konnte. Schmerz, Trauer, Enttäuschung tief in sich vergraben und mit schwarzer Erde abgedeckt, unsichtbar gemacht vor anderen, wurde von ihr mit einem Blick an die Oberfläche geholt und mit Kohle in sein Porträt gezeichnet. Diese Trauer um etwas, an das er nicht denken wollte, das für alle Zeiten verloren war, brachte sie auf ein Blatt Papier, gut sichtbar für ihn und für andere. Ein Spiegelbild der Seele nannte man das wohl.
Wie lange hatte Eva gestern in sein Gesicht gesehen, als sie vor ihm auf dem Fußboden hockte und er ihre Hand nicht nahm. Wenige Sekunden benötigte sie, um ihn zu schälen und auf seinen Kern zu schauen. Das war zu viel Nähe. Diese Nähe zu einem Menschen kannte er nicht und deswegen war diese Nähe eine Gefahr für ihn. Für diese Nähe konnte er Eva fürchten und gleichzeitig lieben, dachte er erstaunt.
Als sie das Kaffeetablett auf dem Tisch abstellte, sah er auf. Sie stand vor ihm mit gerötetem Gesicht, die Arme vor der Brust verschränkt, die Augen nach unten geschlagen.
»Das ist sehr privat. Ich habe es nur für mich gezeichnet.«
»Ja, es ist sehr intim«, bestätigte er und räusperte sich. »Schenkst du es mir?«
»Nein«, sagte Eva energisch, ohne ihn anzusehen. »Es ist nicht fertig. Ich muss noch daran arbeiten.«
»Seit gestern wird sich in meinem Gesicht nichts verändert haben«, stichelte er.
»Doch, ich werde es vielleicht abgeben, aber erst, wenn ich dazu bereit bin.«
»Und wann wird das sein, Künstlerin?«
»Das kann ich heute nicht sagen. Außerdem mag ich es nicht, wenn man mich Künstlerin nennt und besonders gefällt mir dieser ironische Ton nicht!«
»Zeigst du mir deine Bilder?«
»Es ist kein einziges Bild im Haus, das ich zeigen könnte. An jedem muss ich noch arbeiten.«
»Du vermeidest es, mich zu duzen. Warum machst du das?«
»Sie sind mein Chef und meinen Chef duze ich nicht«, betonte sie ausdrücklich und setzte sich auf das gegenüberliegende Sofa.
Sie schenkte den Kaffee ein, ohne ihn anzusehen und griff nach dem Hund, der sich an ihre Beine gekuschelt hatte, um ihn zu streicheln. Der Hund stand auf, drehte ihr sein Hinterteil entgegen, tapste gemächlich zu Max und legte sich vor seine Füße. Sofort kraulte er den Hund und sah Eva grinsend an.
»Sie ist beleidigt, weil ich sie so lange allein gelassen habe«, erklärte Eva wütend.
Heute war nicht ihr Tag, war sie sich sicher. Sogar Suse war heute ein schrecklich treuloser Hund. Es war ohnehin alles entsetzlich und wenn der arrogante Idiot, in den sie sich unglücklicherweise verliebt hatte, nicht bald aufstand und sich verabschiedete, würde sie vor seinen Augen einschlafen. Alles ging schief, seitdem sie diesen Maximilian Hartmann kennen gelernt hatte.
»Bring Suse morgen mit ins Büro. Sie ist so alt und behäbig, sie wird niemanden stören. Und jetzt verrate mir, wer dich überfahren wollte!«
»Wenn tatsächlich eine Absicht dahintersteckte, hat man mich verwechselt. Es gibt keinen Menschen, der einen Grund hätte, mich umzubringen.«
»Erzähle mir von dem Haus«, forderte er sie auf und registrierte mit Wohlwollen ihre schläfrigen Augen und ihre leise, träge Stimme. Sie würde gleich einschlafen und dann wollte er sich ihre Bilder ansehen und Jan Nickel davon berichten. Irgendwo in diesem Haus stand ihre Staffelei und dort waren sicher auch die Bilder.
»Das Haus wurde um 1912 gebaut, aber meine Großeltern sind erst nach dem Zweiten Weltkrieg hier eingezogen. Meine Mutter war zu der Zeit sieben oder acht Jahre alt. Ich wurde in dem Haus geboren, damals lebte mein Großvater bereits nicht mehr«, sinnierte sie, riss dabei ihre Augen auf und nahm einen Schluck Kaffee. »Ich bin wirklich sehr müde.«
»Ja, das sehe ich«, sagte er. »Deine Eltern, du und deine Großmutter haben in diesem Haus nach dem Tod deines Großvaters gemeinsam gewohnt?«
»Nicht sehr lange«, murmelte sie, kniff ihre Augen zu und öffnete sie langsam wieder. »Mein Vater starb, ehe ich eingeschult wurde. Ich bin in einem Frauenhaushalt aufgewachsen. Es war für meine Großmutter und für meine Mutter schon schwierig, dieses Haus zu halten. Es ist sehr teuer im Unterhalt, die hohen Decken, die Heizkosten sind sehr ...«
Dann geschah das, worauf er gewartet hatte. Ihre Augen schlossen sich und ihr Kopf fiel nach hinten gegen die Sofalehne. Sie war im Sitzen eingeschlafen, den Mund noch wie zum Sprechen geöffnet.
»Sie schläft, Suse«, flüsterte Max und wartete einen Moment, ohne Eva aus den Augen zu lassen, bevor er, vorsichtig und ohne Lärm zu machen, aufstand und zu ihr ging. Er fasste unter ihre Arme, legte sie zuerst mit dem Oberkörper sachte auf das Sofa, schob einen Arm behutsam unter ihre Waden und zog ihre Schuhe aus, ehe er ihre Beine auf das Sofa legte. Danach nahm er die zerknüllte Decke und deckte sie bis zum Kinn zu. Eigentlich bräuchte sie ein dickes Oberbett, denn es war eiskalt in dem Zimmer.
»Zeig mir, wo die Bilder sind, Suse«, wisperte er und ging in die Halle.
Der Hund reckte sich, stand auf, schüttelte sich träge und tapste hinter ihm her. In der geräumigen Küche sah Max sofort das benutzte, schmutzige Geschirr, das gestapelt auf einer altmodischen, abgestoßenen Steinanrichte stand. Seit 1912 unverändert, stellte er sachlich fest und sah sich weiter um. Die einzigen Neuanschaffungen in den letzten dreißig Jahren waren ein Kühlschrank aus den Siebzigerjahren, ein Elektroherd und die Kaffeemaschine. Die Möbel, ein Tisch und sechs Stühle, hatte man irgendwann weiß angestrichen, aber die Farbe war mit den Jahren unansehnlich geworden und an vielen Stellen abgestoßen. An einer Wandseite stand ein altmodischer Schrank. Eine Glastür führte auf die Küchenterrasse, durch die andere geöffnete Tür blickte er in ein Esszimmer und an drei Wänden des Esszimmers standen die Bilder, wenigstens vermutete er das, denn verschieden große Rechtecke waren mit weißem Stoff abgedeckt. Hinter dem Esszimmer sah er durch eine Flügeltür aus Glas ein Erkerzimmer und darin stand die Staffelei.
Er drehte sich um, nahm Evas Mantel von einem Küchenstuhl, ging zurück in den Wohnraum und deckte sie mit dem Mantel zu.
»Sie friert, Suse«, sagte er leise, als er in ihr Gesicht sah und legte seinen Zeigefinger an ihre Wange. »Eiskalt, ihr Gesicht. Genauso kalt wie die Heizkörper in diesem verdammten, schönen Haus, das ihr die letzte Lebenskraft rauben wird.«
Man musste nicht wie er vom Fach sein, um zu wissen, dass dieses Haus eine Menge Geld verschlang. Nicht nur ein Vermögen an Heiz- und Instandhaltungskosten für mindestens vierhundert bis fünfhundert Quadratmeter Wohnraum, sondern gleichzeitig ein Vermögen an Grundsteuer für einige tausend Quadratmeter Baugrund in bester innerstädtischer Lage. In diesem Gebäude lebten früher sehr wohlhabende, wenn nicht sogar reiche Menschen, die sicherlich etliche Personen beschäftigten, um Haus und Garten in Ordnung zu halten. Das konnte Eva nicht allein bewältigen und dass sie ohne Hilfe auskommen musste oder wollte, war überall zu sehen.
Er hatte plötzlich keine Lust mehr, ohne ihre Einwilligung die Bilder anzuschauen. Geräuschlos setzte er sich zurück auf das Sofa, beobachtete den Hund, der gemächlich zu ihm kam und sich vor seinen Füßen auf den Rücken legte, um gestreichelt zu werden. Er kraulte mechanisch mit seiner rechten Hand den Hundebauch und sah dabei unverwandt in Evas blasses, schlafendes Gesicht, auf die fein gestrichelten Augenbrauen, die dunklen Wimpern und das dunkle, krause Haar und dachte dabei an Sandra und an das Leben, das er mit ihr geführt hatte. Er verglich Evas mit dem Leben in seiner Ehe, dachte an den Luxus und die Bequemlichkeiten, an die Putzhilfe, die Zentralheizung, das komfortable Bad und die automatisierte Küche.
Trotz aller Mühen, die sie auf sich nahm, um dieses alte Haus zu halten, war Evas Daseinsform sicher die bessere. Für sie gab es nicht nur Beruf und Karriere, sondern ebenfalls Platz für einen alten Hund, für ein großes, altes Haus und für die Kunst. Sie war eine sehr liebenswerte, gefühlvolle Frau, spontan, stark, selbstbewusst, stolz und mit sehr viel Temperament.
Seitdem sie eingeschlafen war, hatte sie sich nicht bewegt. Sie war völlig erschöpft, weil sie in der Nacht sein Gesicht gezeichnet hatte, statt zu schlafen. Ein Gesicht, auf das er nicht besonders stolz war. Er würde warten, bis sie aufwachte, selbst wenn es Stunden dauerte. Mit diesem Besitz brachte sie sich in den Ruin. Er kannte Evas Gehalt und das war nahezu lächerlich, wenn man es den Unterhaltskosten des Hauses gegenüberstellte. Da half es ihr auch nicht, an Heizkosten zu sparen, obwohl sie es versuchte und deswegen fror. Sie war eine Träumerin, eine sture, dickköpfige, liebenswerte Träumerin und würde sich niemals eines Besseren belehren lassen.
Evas Bilder waren bestimmt genauso aussagefähig wie ihre Zeichnungen und das war ihre einzige Chance, die Haushaltskasse zu füllen. Sie musste ihre Kunst verkaufen und dabei konnte er sie vielleicht unterstützen, wenn sie sich helfen ließ, aber wahrscheinlich ließ sie sich nicht helfen.
Er beobachtete sie lächelnd, als sie sich auf die Seite zu ihm drehte, eine Hand unter ihre Wange schob, mit der anderen Hand ihr Haar aus dem Gesicht strich und danach langsam ihre Lider öffnete. Sie sah ihn aus großen, verschlafenen Augen aufmerksam an, bewegte sich nicht, ließ nur ihren Blick über sein Gesicht gleiten, lag ganz ruhig, tastete schweigend eine lange Zeit sein Gesicht ab und zeigte keine Überraschung, dass er genau dort saß, wo er gesessen hatte, bevor sie eingeschlafen war.
Der Hund stand auf, umrundete den Tisch, sprang überraschend behände hoch, legte seine Vorderpfoten auf Evas Beine und danach den Kopf auf seine Pfoten. Sie nahm die Augen von Max’ Gesicht, lächelte und streichelte den Hundekopf.
»Das ist schön, du hast mir verziehen, Suse. Aber jetzt nach unten, ich will aufstehen. Das Haus wird erst ab Oktober geheizt«, erklärte sie trotzig, als sie Decke und Mantel sah und schob beides energisch zur Seite. »Ihre Vorstellung von den Künstlern ist aus dem letzten oder sogar vorletzten Jahrhundert. Heute wird Kunst nicht in einem ungeheizten, armseligen Hinterzimmer von einem hungernden Menschen fabriziert. Möchten Sie noch Kaffee?«
»Das beruhigt mich«, sagte er. »Nein, ich möchte keinen kalten Kaffee trinken. Lohnt das alles? Es ist ein Haus, kein Mensch.«
»Ich habe mich das oft gefragt und meine Mutter hat sich das ebenfalls gefragt. Wir sind übereinstimmend zu der Auffassung gekommen, dass es sich lohnt. Meine Mutter liebte dieses Haus und den Garten und ich hänge auch sehr daran. Es ist die Erziehung«, meinte sie etwas milder gestimmt. »Wir haben beide meiner Großmutter versprechen müssen, dass niemals ein Bagger auf dieses Grundstück fährt. Wenn ich dieses Anwesen verkaufe, werden mehrere Bagger kommen und alles, was unten ist, nach oben drehen. Meiner Großmutter war der Garten immer wichtiger als das Haus. Wenn das nicht so gewesen wäre, hätte meine Mutter schon vor vielen Jahren einen beträchtlichen Teil des Grundstücks verkauft, um das Haus renovieren zu lassen.«
»Ich werde mich jetzt verabschieden«, entschied Max und stand auf.
Er würde sein Date mit Stefanie absagen, ins Büro fahren und die gezeichneten Grundrisse des Erdgeschosses in den Rechner geben. Danach wollte er über diese Porträtzeichnung nachdenken, die auf dem altmodischen Holztisch vor ihm lag, und über die Frau sinnieren, die in der Nacht lieber sein Gesicht zeichnete, statt zu schlafen.
»Bring morgen den Hund mit ins Büro. Der Hund stirbt, wenn du ihn den ganzen Tag allein lässt. Er leidet und wird an seiner Einsamkeit eingehen.«
»Ich weiß es«, gab sie widerwillig zu. »Er hat heute sein Fressen nicht angerührt. Suse ist in den Hungerstreik getreten.«
»Ein bisschen abnehmen darf sie«, amüsierte sich Max. Er hockte sich hin, zog den Hund an sich und griff ihm mit beiden Händen an den Hals. »Suse hat eine auffällige Speckrolle am Hals, von ihrem dicken Bauch will ich nicht sprechen. Sie bringt einige Kilo zu viel auf die Waage, aber hungern sollte sie nicht.«
Nachdem er sich aufgerichtet hatte, schaute er sie herausfordernd an. »Ich möchte das mit dem Du regeln, Eva. Seinen Retter siezt man nicht. Das hatte ich dir im Restaurant schon gesagt.«
»Ja, vielleicht ..., irgendwann ...«, stammelte sie.
»Nicht, irgendwann. Jetzt, bevor ich fahre. Wir duzen uns alle im Büro. Nur mein alter Herr wird gesiezt«, drängte er.
»Wenn das so ist«, fügte sie sich achselzuckend, »werde ich dich duzen.«
»Begleitest du mich zur Haustür oder soll ich allein gehen, Eva?«
»Du sollst allein gehen«, erwiderte sie nachdenklich und ließ sich zurück auf das Sofa fallen. Ohne ihn weiter zu beachten, griff sie nach dem Block mit der Zeichnung und nahm einen Stift aus der Schachtel.
Als er im Türrahmen stehen blieb und sich umdrehte, sah er, dass sie auf Knien vor dem Tisch hockte und zeichnete.


Wenn die Sonne weggegangen

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